Donnerstag, 1. September 2022

CDT Tag 124: Spätsommer

Tagesmeilen: 24, gesamt: 2099,7
Gestern Abend sind kurz bevor ich eingeschlafen bin noch Drip, Chug und ET am Campsite angekommen, zum ersten Mal seit langem campe ich nicht alleine.
Der Tag heute war richtig schön und total easy. Tiefblauer Himmel, schön warm, aber nicht zu heiß und leichter, flacher Trail.
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Ich bin sehr schnell voran gekommen und hatte dadurch viel Zeit für Pausen. Ich habe 1,5 Stunden Mittagspause gemacht mit einem kleinen Nickerchen. Dann bin ich an einer total schönen Badestelle vorbei gekommen und konnte nicht widerstehen gleich wieder eine Pause zu machen und mir den ganzen Schweiß abzuwaschen. 
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Und später habe ich noch eine Stunde Kaffeepause gemacht. 
Außerdem hab ich den ganzen Tag über jede Menge Thimbleberries gepflückt. Die schauen so ähnlich aus wie Himbeeren und schmecken auch ähnlich.
https://drive.google.com/uc?export=view&id=1r1ZfxM-UaMC8PnKk3INiT4tjRp6Xw5PG
Die Bären mögen sie auch, ich hab heute so viel Bärenkacke auf dem Trail gesehen wie im ganzen letzten Monat zusammen.
Das hat mir ein bisschen gefehlt in letzter Zeit, den Tag zu genießen, Pausen zu machen und nicht nur soviel Meilen wie möglich zu gehen.
https://drive.google.com/uc?export=view&id=1lzDYwGeleFGbf1Jbfle9PEfmPd4jS6mlhttps://drive.google.com/uc?export=view&id=1fGzUMGkQG96kiaYkwQHCPdcUYU4-GsB4
Jetzt bin ich auf einem Forest Service Campground direkt vor der Grenze des Glacier National Park. Weiter konnte ich heute nicht gehen, im Nationalpark darf man nur an ausgewiesenen Campsites und nur mit Permit campen. Mit mir hier sind noch Fix It, Drip, Chug, ET, Gables, Wicket und noch ein Hiker, dessen Namen ich vergessen habe. 
Es war ein ungewöhnlich warmer Abend, wir saßen draußen, bis es dunkel wurde, ohne zu frieren.
https://drive.google.com/uc?export=view&id=1tJHUY42OcStFAvjlD_rNtseYTOXatYhVhttps://drive.google.com/uc?export=view&id=1Acab6SnrEoGtB7W5na7zbtpJcFzWkHhY
Morgen sind’s noch 15 Meilen bis East Glacier, der letzte Stop vor Kanada. 

CDT Tag 123: 4 Monate

Tagesmeilen: 28, gesamt: 2075,7
Vor genau 4 Monaten bin ich an der mexikanischen Grenze gestartet. Kommt mir vor als wär‘s schon Ewigkeiten her.
Heute war der Trail ziemlich einfach, flach oder mit nur leichter Steigung oder Gefälle, da bin ich wieder gut vorangekommen. Ich hatte auch wenig Ablenkung, die meiste Zeit ging’s durch Wald, mal verbrannt, mal nicht. 
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Ich bin heute nur einem Menschen begegnet, einem Southbounder. Außerdem hab ich eine Schlange gesehen und einen Schwarzbären. Der Bär hat mich zuerst gesehen und ist weggerannt, als wär der Teufel hinter ihm her. Zum Glück hat er mich bemerkt, er saß hinter einem Busch direkt neben dem Weg und als er weggerannt ist, war ich nur noch etwa 5 Meter weit weg. Blöderweise ist er den Trail entlang gerannt, ich habe ein paar Minuten gewartet, bis ich ihm gefolgt bin, noch einmal möchte ich ihm nicht unbedingt begegnen.
Später am Nachmittag war der Weg wieder ziemlich zugewachsen. Einmal bin ich an einem Strauch hängen geblieben und hab mal wieder einen neuen Riss in meiner Shorts. Und kurz vorm Camp bin ich gestolpert und hab mich gerade noch abfangen können, bevor ich mit dem Gesicht auf einen Stein geknallt wäre. Die Hand ist etwas blutig, aber sonst ist nichts passiert.
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CDT Tag 122: Kalt!

Tagesmeilen: 22,7, gesamt: 2047,7
Gestern Abend hat‘s noch kräftig geregnet. Später ist’s aufgeklart und richtig kalt geworden in der Nacht, aber kein Frost. Auch in der Früh war’s noch sehr kalt, da viel mir das Aufstehen schwer…
Dafür sah die Chinese Wall im Morgenlicht wirklich sehr schön aus. 
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Ich laufe anfangs mit langer Hose, Fleecejacke und Handschuhen. Nach ein paar Meilen scheint die Sonne, mir wird warm und ich packe die langen Sachen wieder weg. Jetzt geht’s runter ins Tal auf der „Spotted bear“ Alternativroute, die ist 15 Meilen kürzer als die Normalroute, dafür gibt’s später einen langen Anstieg über einen Pass. Erstmal geht’s aber lange bergab, die Sonne kommt noch nicht in dieses enge Tal, der Weg ist sehr zugewachsen und alles ist noch nass. 
https://drive.google.com/uc?export=view&id=1GY_b7RZ32bl4w61a_NFCBJXEKqv_rSDahttps://drive.google.com/uc?export=view&id=1fILi0do2PmFeBFVCS_s7c7T_iP_9eg2g
Nach ein paar Minuten bin ich auch völlig durchnässt, und nach einer halben Stunde zittere ich vor Kälte. Hilft nichts, raus aus den nassen Shorts und Shirt, wieder lange Hose und Fleecejacke angezogen und die Regensachen darüber. Die nassen Sträucher gehen mir bis über Schulterhöhe. Bis zur Mittagspause ist der Weg langsam weniger zugewuchert und mir wird auch wieder warm. Ich mache eine lange Pause in der Sonne und trockne meine nassen Sachen, das Zelt und den Schlafsack.
Kurz vor der Pause fängt mein Fuß an wehzutun. Aber nicht am Knöchel, eher unten am Schienbein unter der Bandage. Ich hab den Verdacht, dass das an der Bandage liegt und laufe nach der Pause ohne weiter. Und prompt sind die Schmerzen wieder weg. 
Am Nachmittag kam dann der lange Anstieg zum Pass. Fast 1000 Höhenmeter, aber schön gleichmäßig und nicht zu steil, so war‘s nicht schlimm. Inzwischen haben sich fast alle Wolken verzogen, der Himmel ist tiefblau und die Luft frisch und klar. 
https://drive.google.com/uc?export=view&id=18abC_n46salGxdh_gHS4E2xMy8_AkXX1https://drive.google.com/uc?export=view&id=138-1HDKgw3hcVoh5y5T4Hjk-EJ5VO9L8https://drive.google.com/uc?export=view&id=1UByh7fGDf8qG2OPolPhHgF1QePpZ6RzOhttps://drive.google.com/uc?export=view&id=10KMekac21lNdZFtc0BG3kXdhJpCaL7pE
Auf der anderen Passseite dann ein eiskalter Wind! Und diese Seite liegt schon im Schatten. Mir wird gleich wieder kalt.
https://drive.google.com/uc?export=view&id=1L4mynD6m2Qn9WPJagnxf-RJzp8VFFhmjhttps://drive.google.com/uc?export=view&id=1Z273yYhwDTYr54UEagqRxTcEEsbUkjck
Auch an meiner geplanten Zeltstelle weht ein ziemlich starker Wind. Aber immerhin scheint noch etwas Sonne. 
https://drive.google.com/uc?export=view&id=11pOUYivVsaYDPZVsz6x_dbAe1k9TodKshttps://drive.google.com/uc?export=view&id=1wIcRMYiiptCEaF4-U8ukTvvfLcdGMFx6
Beim Kochen am See verschwindet sie allerdings hinterm Berg und mir wird kalt, obwohl ich Fleece- und Daunenjacke anhab. Am See hab ich außerdem noch Versteinerungen gefunden, weiß aber nicht, was das ist.
https://drive.google.com/uc?export=view&id=13n6Jf6yfknolEuFY_jWMepVnsAou_Ocs
Heute hab ich den ganzen Tag nur zwei Menschen mit zwei Mulis und zwei Hunden gesehen, außerdem Vögel und Deer, aber keine anderen CDT Hiker und keine Bären.

CDT Tag 121: Chinese Wall

Tagesmeilen: 25, gesamt: 2025
Um 5:00 Uhr bin ich heute voll motiviert aufgestanden. Ich wollte nochmal ordentlich frühstücken, mit Chris telefonieren und um 7:00 ging mein Shuttle zum Trailhead. 
Ich war wirklich wieder motiviert, in der letzten Zeit hatte ich ja ein bisschen die Lust verloren, aber die Pause hat mir anscheinend gut getan. Außerdem ging’s heute in die Bob Marshall Wilderness, da soll‘s sehr schön sein. Aber sie ist auch berüchtigt für ihre vielen Grizzlybären. Schon bei der Anfahrt haben wir vom Auto aus drei Grizzlies und einen Schwarzbären gesehen. Das waren dann aber auch meine einzigen Bärsichtungen für heute. 
https://drive.google.com/uc?export=view&id=13cUsUI999yYJF3xJ8APyC4IPOxWxLohm
Landschaftlich war‘s heute wieder richtig schön, wieder viel bergiger.
https://drive.google.com/uc?export=view&id=1o-_udNDR_hME8OuvsQeQGueRuXXqIKE7
https://drive.google.com/uc?export=view&id=1Lzt__pmsMFMNp-fE9ovPNYgmpowBIvZw
https://drive.google.com/uc?export=view&id=1s8g_7dVrQIEFd4-TrqJ9vRoeEMd2spjW
Am Nachmittag kam dann der Höhepunkt: die sogenannte Chinese Wall, eine kilometerlange Felswand. Hier sind auch viele andere Hiker unterwegs, ich hab heute mehr als 10 Leute getroffen. 
https://drive.google.com/uc?export=view&id=1pFMF7zF4QwDyGl0KTk6YpraWm3H4Okx0
https://drive.google.com/uc?export=view&id=1vmaB2k2RgQWEoMENWI05IUSXFZUFThJJ
https://drive.google.com/uc?export=view&id=1YCgEdVqQZiKJiaLNnMbRWPr-Nz3sW4db
Bis zum Abend ging’s immer am Fuß der Wand entlang und auch mein Zelt habe ich noch im Schatten der Wall aufgebaut, im Morgenlicht sieht sie bestimmt besonders schön aus. Abendlicht gab’s leider keines, im Laufe des Nachmittags hat es sich total zugezogen, und auch ein paar Regentropfen kamen runter. Es ist jetzt schon viel herbstlicher geworden und viel kühler. 
https://drive.google.com/uc?export=view&id=1i2EIsvMBoeKFNnjfztBHowp4WTaLPHbv

CDT Tag 120: Zero in Augusta

Tagesmeilen: 0, gesamt: 2000
Heute ist nicht viel passiert außer Essen, Netflix schauen und mit anderen Hikern quatschen. Es sind heute auch wieder richtig viele in Augusta angekommen.
Das Wichtigste heute war, den Knöchel zu schonen. Er ist auch wirklich schon wieder viel besser geworden, zum Glück. Im General Store hab ich mir noch eine Knöchelbandage gekauft, damit kann‘s morgen weiter gehen.
https://drive.google.com/uc?export=view&id=1S3jGvffkF5ZUo-SWihtTXMjG305sz7_mhttps://drive.google.com/uc?export=view&id=1VR_fCsoC1U7_U9GMSYl_dDqQeepLQly_

Freitag, 26. August 2022

CDT Tag 119: Zwangspause

Tagesmeilen: 0, gesamt: 2000
Über Nacht hat es wieder heftig gewittert, in der Früh hat‘s geregnet und die Wettervorhersage sagt mehr Gewitter mit Starkregen und Überflutungen voraus. Da möchte ich nicht oben in den Bergen sein. Ich beschließe, den Abschnitt bis Augusta zu überspringen, nach Augusta zu hitchen und am übermorgen, wenn wieder schönes Wetter angesagt ist, von Augusta weiter zu laufen. Aber ein schlechtes Gewissen hab ich schon… 
Dann passiert etwas, was eine Pause unumgänglich macht: Ich verlasse das Motelzimmer in voller Regenmontur, mit Rucksack auf, um per Anhalter nach Augusta zu fahren, übersehe eine Stufe, knicke heftig um und stürze. Zum Glück hat mich keiner gesehen, ich komme mir ziemlich blöd vor. Aber es tut richtig weh! Ich hüpfe auf dem gesunden Fuß ins Zimmer zurück, werfe den Rucksack ab und mich auf‘s Bett, um den Schaden zu begutachten. Nach ein paar Minuten lässt der Schmerz zum Glück nach, ich kann auftreten, aber der Knöchel (linker Fuß, Außenseite) schwillt an. 
https://drive.google.com/uc?export=view&id=1VZTsNfKfnAbXdS9fSH3-6UqO2ky_MTOE
https://drive.google.com/uc?export=view&id=1FqpGGPoKKTVOLilX8MBUoVXb7ql7N6HY
Zum Vergleich der gesunde Fuß:
https://drive.google.com/uc?export=view&id=1XVW3SyD_eb22uC94_mkTbG-tHBIqLT9i
Ich erhole mich erstmal eine halbe Stunde von dem Schreck und humpele dann zur Straße, um wie geplant nach Augusta zu hitchen. Zwei Stunden und drei Rides später komme ich dort an. Es sind aber auch fast 60 Meilen Fahrt auf zwei verschiedenen Highways.
Augusta ist kleiner als Lincoln, aber viel schöner. Die Motelbesitzer sind total nett und im Motel gibt’s auch ein gutes und preisgünstiges Café. Außerdem habe ich Diva hier wieder getroffen. Er geht aber morgen weiter und ich gönne meinem Knöchel auf jeden Fall noch einen Tag Ruhe. Ich hoffe, das reicht aus. Logan, ein Hiker aus Luxemburg, der im Nachbarzimmer wohnt, hat mir noch ein paar entzündungshemmende Wunderpillen gegeben.